Artikel des Tages 7.4.2017

In diesem Artikel beschreibt ein Reporter des Guardian seine Untersuchungen in Khan Sheikhun, der Stätte Giftgasopfer. Die Darstellung legt einen Chemiewaffenangriff durch die syrische Luftwaffe nahe; ein letzter Beweis kann natürlich nicht erbracht werden.

[Nachtrag: dieses Foto aus dem Artikel hatte ich mir nicht genau genug angeschaut. Ich hatte das verbeulte Metall nicht als den angeblichen Überrest der Bombe verstanden, mit der das Gas verbreitet worden sein soll. Aber das soll es wohl sein. Im Heise-Forum weist ein Kommentator darauf hin, dass es sich um die Überreste einer 122 mm-Granate handele und nicht die einer Fliegerbombe. Die verlinkten Bilder wirken überzeugend. Doch ich verstehe wenig davon. Auch ein weiterer Kommentar enthält substantielle Kritik. Das Bild mit dem angeblichen Krater kann man vermutlich ad acta legen, was einen luftgestützten Giftgasangriff natürlich nicht widerlegt. (Der gesamte Forumsstrang ist übrigens ziemlich gehaltvoll.) Allerdings war ein Reporter vom Guardian vor Ort. Wenn es einen Luftangriff mit einer Sarin-befüllten Fliegerbombe gab – warum gibt es kein Foto der Überreste? Warum stattdessen nur ein Bild einer solchen Granate? Ich bin gespannt auf die Untersuchung.]

Immer noch die Frage: warum?

Bei allem Chaos, aller Undurchschaubarkeit der Kriegssituation von außen – ich kann mir nicht erklären, warum Assad das angeordnet haben sollte. Er wirkt auf mich nüchtern und berechnend, ebenso wie Putin. Glaubten beide, damit ohne schweren Konflikt mit den USA davonzukommen?

Dieser Artikel, ebenfalls aus dem Guardian, und dieser aus der New York Times versuchen sich jeweils an einer – durchaus unterschiedlichen – Erklärung; wirklich überzeugend wirken beide nicht, eher wie eben eine Bemühung, das Unplausible doch nachvollziehbar zu machen.

Hinsichtlich möglicher false-flag-Operationen oder auch sonstiger Geheimdienstverwicklungen – ein Pilot kann ja durchaus motiviert sein oder werden, ohne Auftrag oder sogar diesem entgegen zu handeln – sind der Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Aber das sind sie ja nie.

Ich freue mich über Hinweise auf Quellen, die in der Frage des „wozu“ weiter führen.

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