„Faktencheck“ von SPON zum Giftgasvorfall

Dieser SPON-Beitrag wäre ein Schritt in die richtige Richtung, wenn er ausgewogen wäre und seine Skepsis nicht nur in eine Richtung ginge. Es wird dort aber wieder das hier von mir schon diskutierte Foto des angeblichen Giftbombenkraters als Beleg herangezogen, und folgendermaßen kommentiert:

„Die Munition

Noch immer ist auch unklar, in welcher Art von Munition das Gas enthalten war. Wenn man annimmt, dass sämtliche Zeugen vor Ort lügen, könnte der Krater im Norden von Chan Scheichun auch von einer Artilleriegranate verursacht worden sein. Über derartige Waffen verfügen auch die Terrormiliz Eroberungsfront Syriens und Rebellengruppen in der Provinz Idlib, in der die Stadt liegt. Doch eine Woche lang hatten nicht einmal die syrische oder russische Regierung den Vorwurf erhoben, dass Anti-Assad-Milizen selbst das Giftgas per Artillerie auf Chan Scheichun abfeuerten, um damit eine Intervention des Westens in Syrien zu provozieren.“

Man hat doch die Überreste. Sie sehen aus wie die einer Artilleriegranate. Es hätte keinen Sinn, in einer solchen – oder einer kleinen Bombe mit etwa gleichen Abmessungen – Giftgas und eine Sprengladung unterzubringen. Der Krater sieht aus wie einer, den Artilleriegranaten verursachen (siehe Links in meinem Beitrag vom 7.4.); wenn eine Granate mit ihrer Sprengkraft solche Krater verursacht, dürfte ein Behälter nur mit Giftgas und ohne Sprengstoff nicht einfach durch die Aufprallenergie einen vergleichbaren Krater hinterlassen. Ein seriöser Faktencheck hätte diese Fragen diskutiert.

Nun, die Frage, ob der Krater irgendwas mit dem Giftgasvorfall zu tun hat, sollte sich durch eine Untersuchung ja leicht klären lassen.

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