Schätzchen des Tages 15.5.2017

Aus der Reihe „mal wieder in die eigene Muttersprache verlieben“. Des Baches Wiegenlied ist das letzte Lied aus der Schönen Müllerin von Schubert nach Gedichten von Wilhelm Müller. Es ist keine große Lyrik, doch im Gesang von besonderer klanglicher Schönheit und Zärtlichkeit. Hier gesungen von Fritz Wunderlich, dem Unvergleichlichen, aber es gibt viele ausgezeichnete Aufnahmen.

Gute Ruh, gute Ruh!
Tu die Augen zu!
Wandrer, du müder, du bist zu Haus.
Die Treu‘ ist hier,
Sollst liegen bei mir,
Bis das Meer will trinken die Bächlein aus.

Will betten dich kühl
Auf weichem Pfühl
In dem blauen kristallenen Kämmerlein.
Heran, heran,
Was wiegen kann,
Woget und wieget den Knaben mir ein!

Wenn ein Jagdhorn schallt
Aus dem grünen Wald,
Will ich sausen und brausen wohl um dich her.
Blickt nicht herein,
Blaue Blümelein!
Ihr macht meinem Schläfer die Träume so schwer.

Hinweg, hinweg
Von dem Mühlensteg,
Hinweg, hinweg,
Böses Mägdelein!
Daß ihn dein Schatten nicht weckt!

Wirf mir herein
Dein Tüchlein fein,
Daß ich die Augen ihm halte bedeckt!

Gute Nacht, gute Nacht!
Bis alles wacht,
Schlaf aus deine Freude, schlaf aus dein Leid!

Der Vollmond steigt,
Der Nebel weicht,
Und der Himmel da oben, wie ist er so weit!

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