Interviewschätzchen des Tages 4.6.2017

Früher, als ich auch schon nicht mehr jung, aber immer noch dumm war, war ich immerhin nicht ganz so einfältig, unseren Leitmedien abzukaufen, dass Sahra Wagenknecht eine „Stalinistin“ sei. Oder sowas Ähnliches. Aber hingehört, was sie zu sagen hat, habe ich trotzdem nicht wirklich.

Dabei lohnt es sich ziemlich oft und immer öfter. Bei diesem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel beispielsweise. Nicht, dass hier mündigen Medienkonsumenten allzu viel Neues geboten wird, aber allein der Umstand, dass jemand knapp, unverblümt und rücksichtslos in jede Richtung offensichtliche Wahrheiten ausspricht, ist erfrischend. Man stelle sich vor, wie ein CDUSPDGrüner die Fragen beantwortet hätte.

Und nebenbei: „Eine humane Flüchtlingspolitik muss sich vor allem um die Menschen kümmern, die es nicht nach Europa schaffen.“ Das geht auch in Richtung der Linken selbst.

Bemerkenswert zudem, dass sie das Wort „Friedenspolitik“ erwähnt. „Frieden“ oder „Friedenspolitik“ sind ja Zeichenfolgen, die man in Berichten über Äußerungen CDUSPDGrüner mit STRG+F nur selten findet.

Einen nicht unerheblichen Teil des Interviews könnten wohl auch AfDler unterschreiben. Treffen sich da Extremisten (ok, die Linke gehört jetzt zum Establishment, aber lang ist’s ja nicht her)? Oder sollte die „Mitte“ mal in sich gehen?

 

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