Tweet des Tages 31.5.2018

 

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Schätzchen des Tages 31.5.2018

Nach Lektüre dieses interessanten Artikels meinte ich, einen der darin erwähnten Musiker – Jackson C. Frank; seine bemerkenswerte Biographie war mir nicht bekannt – schon einmal verlinkt zu haben, kann das betreffende Schätzchen aber nicht mehr finden. Also auf die Gefahr der Wiederholung: Jackson C. Frank mit seinem gleichnamigen und einzigen Album, das auch gleich mit der besten Spur anfängt, Blues Run the Game.

Auch der zweite im Artikel erwähnte Musiker, Carl Oglesby, hat eine bemerkenswerte Biographie. Unten folgt sein gleichnamiges Album, das seit über anderthalb Jahren auf Youtube steht, aber ungefähr so viele Aufrufe hat wie ein halbwegs brauchbares Katzenvideo nach den ersten zwei Stunden.

 

Tweet des Tages 28.5.2018

Twitterer Alf Frommer ärgert/belustigt sich über einen BILD-Kommentar zur WM 2006. Sein Verständnis der Angelegenheit, mit meinen Worten: solche naiven hurrapatriotischen Ergüsse haben uns die AfD (pfui!) beschert.

Mein Verständnis ist ein gänzlich anderes. Klar, der Kommentar ist peinlich, sehr peinlich. Die ganze Welle aus Fähnchenschwenkerei und schaut-mal-wie-toll-locker-wir sind hat mich damals schon ziemlich befremdet. Nicht, dass ich unbedingt etwas dagegen gehabt hätte, dass sich jemand zur WM kleine Flaggen ans Auto klemmte, auch wenn ich selbst nie darauf gekommen wäre. Schon in Ordnung. Aber etwas störte mich an der Sache, etwas, das mir damals noch gar nicht vollständig klar war.

Später habe ich es verstanden. Der Minderwertigkeitskomplex, der sich darin ausdrückte, und das Bedürfnis, endlich zu den Coolen, Lockeren, Tollen zu gehören, hatten mich nicht an sich überrascht; erstaunt war ich jedoch über die sich bald offenbarende Heftigkeit des Komplexes und die Intensität dieses Bedürfnisses. Erstaunt deshalb, weil ich selbst so nicht empfand und beides mir in meiner Erfahrung meiner Umwelt, direkt oder medial vermittelt, vorher nur in verhaltener Form entgegengetreten war. Dann der unerwartete Ausbruch. Damals schien mir übrigens, dass die Medien – manche davon zu meiner Verwunderung – der Masse vorauseilten, die Sache wichtiger nähmen als das Volk.

Wie dem auch sei: derselbe Minderwertigkeitskomplex und das für viele Deutsche offenbar so überwältigende Bedürfnis, endlich auch einmal zu den Guten zu gehören – nur eine Variante desjenigen aus 2006 -, haben uns die Willkommensbesoffenheit des Jahres 2015 beschert, mit vielen ähnlich peinlichen Ergüssen. Und ganz anderen Folgen.

Und damit die AfD.

2015 war nur eine andere Form von Hurrapatriotismus.

Ich schätze, dass unter den Fähnchenschwenkern von 2006 heutige AfD-Wähler nur milde überrepräsentiert waren, wenn überhaupt. Die damaligen Jubler in den Medien (der SPIEGEL damals, auweia) schreiben ja heute auch nicht für die Junge Freiheit.

Dieses überwältigende Bedürfnis… 2015 habe ich Tränen in den Augenwinkeln nüchterner, erwachsener Menschen gesehen, die tatsächlich so etwas sagten wie „endlich bin ich einmal stolz, Deutscher zu sein“. Diese Bedürftigkeit erleben zu müssen, war für mich beklemmend.

Aus einer solchen Bedürftigkeit folgen selten gute Entscheidungen. 2006 war es harmlos, es gab nichts zu entscheiden. 2015 war es das nicht.

 

 

Schätzchen des Tages 28.5.2018

Aus Wikipedia:

Playing for Change is a multimedia music project, created by the American producer and sound engineer Mark Johnson with his Timeless Media Group, that seeks to inspire, connect, and bring peace to the world through music. Playing For Change also created a separate non-profit organization called the Playing For Change Foundation, which builds music and art schools for children around the world…“

Hinsichtlich des Friedenseffekts bleibe ich in abwartender Haltung. Als Produzenten von Musikvideos haben Sie’s aber ziemlich drauf.

Aus dem Eingangstext zum nachfolgenden Video:

„The Playing For Change Foundation is building a new music school in the Village of Kirina, Mali. Kirina is a village of musicians, some of whom can trace their musical ancestry back over 75 generations! In this very special episode West African music legend Baaba Maal and friends perform for the village elders in honor of the new music school, École de Musique de Kirina. Learn more at http://www.playingforchange.org/ecole-de-musique-de-kirina/…“

Ich bin sehr neugierig auf den Ort.

Dreams of Kirina von Baaba Maal und Playing for Change, danach Diaraby von Mahamadou Diabate und Sayba Diabate sowie Playing for Change.

 

Viel zu viele Klicks für die Narrenspeise, aber auch von Playing for Change. Dazu zu seifig, putzig, kitschig, piep-piep-piep-wir-haben-uns-alle-lieb, weltweit. Eigentlich grässlich. Aber natürlich auch ziemlich gut. Insofern: wer kann, der darf dann auch.

Stand By Me

Presseschätzchen des Tages 27.05.2018

Interessanter Artikel über Vielehe in Senegal. Die Ökonomie der Polygamie. Der Titel passt nicht vollständig; die Ökonomie wird nicht wirklich analysiert, aber das Ganze ist angenehm – und für eine ZEIT-Autorin fast überraschend – unvoreingenommen, insbesondere fehlt die eigentlich erwartete Litanei über die bösen Männer und die armen Frauen. Es macht neugierig auf die anderen Beiträge der Autorin, Angela Köckritz.