Schätzchen des Tages 22.1.2018

Wer von Chopin und Debussy gar nicht genug bekommen kann und betrauert, dass beide nicht noch mehr geschrieben haben, kann sich mit den Nocturnes von Gabriel Fauré (1845 – 1924) trösten, die tatsächlich so etwa in der Mitte zwischen beiden stehen. Evelyne Crochet (* 1934) spielt sie zauberhaft.

 

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Presseschätzchen des Tages 16.1.2018

Ein Op-Ed in der New York Times bringt es tatsächlich fertig, ausführlich die Situation der Juden in Frankreich zu beklagen, den wachsenden Antisemitismus, die Angriffe, die Sicherheitslage und den Exodus Vieler nach Israel, und dabei weder die Worte „immigration“, „Muslim“, „Islam“ oder „Arab“ zu verwenden, noch, die betreffenden Zusammenhänge wenigstens zaghaft zum umschreiben. (h/t Steve Sailer).

Ich wüsste zu gerne, was im Kopf des Autors dabei vorgeht. Vermutlich hat er nicht das Gefühl, sich zum Horst zu machen, und in den Augen seiner peers macht er es ja auch nicht.

Nachtrag: auch die ZEIT schafft es spielend, über die ziemlich klare Situation – die echten Gefahren für die Juden gegen von den Islamisten aus – hinwegzutänzeln; immerhin wird die Zeichenfolge „Islamismus“ mit untergerührt.

 

Schätzchen des Tages 16.1.2018

Eigenlich die richtige Musik für einen geruhsamen Sonntagnachmittag, aber das Bild lacht mich so an. Ein schönes Beispiel für Orientalismus in der klassischen Musik, ausdrücklich im Titel, aber mild in der Umsetzung, ist Le Sélam von Ernest Reyer (1823 – 1909). Die Musik ist nicht so traumvernebelt wie das anregende Gemälde. Ein wenig schade vielleicht; die Symphonie zum Bild hätte ich gerne gehört.

Presseschätzchen des Tages 11.1.2018

Kommentar von Bret Stephens in der New York Times zum Buch „Fire and Fury“ : es senkt die Erwartungen an Trump noch einmal herab und macht es ihm damit leichter, sie überzuerfüllen. Stephens ist ein klassischer Neocon und gehört damit weder zu meinen Lieblingen noch habe ich Vertrauen in seine Urteilskraft, aber natürlich hat er da Recht. Ronald Reagan war der „Teflon“-Präsident, weil an ihm nichts haften blieb, Donald Trump ist der Turd-Präsident, an dem schon so viel Mist klebt (mancher, wie die lächerliche Russia-Gate-Geschichte, allerdings auch zu Unrecht), dass weitere Ladungen zumindest auch keinen Unterschied mehr machen.

 

Pressechätzchen des Tages 10.1.2018

Der cum-ex- und cum-cum-Skandal ist ein Fall massivsten Versagens der Finanzbehörden und des Bundesfinanzministeriums. Dergleichen darf einfach nicht passieren, und es kommt dabei nicht darauf an, inwieweit es sich um die Ausnutzung einer Gesetzeslücke und inwieweit um kriminelle Machenschaften handelt. Auch für die Gesetzeslücke wäre das Bundesfinanzministerium letztlich verantwortlich. Die Unterstellung der Mittäterschaft ist nicht weit hergeholt.

Dergleichen darf einfach nicht möglich sein.

Nun war alles offenbar noch schlimmer (wobei ich zugegebenermaßen die Zahlen aus dem ZEIT-Artikel und die aus der aktuellen Tagesschau-Meldung nicht übereinanderbekomme; da müsste ich zu tief einsteigen).

Personelle Konsequenzen für die politisch Verantwortlichen: keine.

Ein unfassbarer Skandal; man hätte sie teeren und federn müssen.

Presseschätzchen des Tages 1.1.2018

Das amerikanische Internet-Magazin Quillette hat sich im vergangenen halben Jahr überraschend schnell und erfolgreich als „platform for free thought“, so der eigene Anspruch, etabliert. Fast jeder Beitrag lohnt sich zu lesen. Besonders gefallen hat mir zuletzt Rethinking Romance with Stendhal’s ‘On Love’. Es kommt nicht oft vor, dass man aus reiner Neugier einen Artikel liest, dessen Gegenstand einen eigentlich nicht sonderlich interessiert, und denkt, Mensch, kann der Mann gut schreiben. Matthew Stahlman, den Autor, sollte man im Auge behalten.