2. Presseschätzchen des Tages 6.7.2018

Sehr informativer Artikel in der WeLT zum Handelskrieg zwischen den USA und China im Zusammenhang mit Chinas strategischer Wirtschaftsplanung. Schlüsselsatz aus deutscher Sicht, als Zitat des deutschen Botschafters Michael Clauß:

„Chinas Strategie 2025 konzentriert sich auf die Entwicklung von zehn strategischen Industrien, die fast identisch sind mit dem Kern der technologischen Basis Deutschlands. Unsere Unternehmen sind besorgt, dass auf ihre Kosten Chinas Industriepolitik ihre ‚eigenständigen’ Industriechampions entwickelt.“

Fast identisch mit dem Kern der technologischen Basis Deutschlands. Dennoch haben wir zugelassen, dass der Industrieroboterhersteller Kuka in chinesische Hände fiel. Ein erschütterndes Versagen.

Abgesehen davon lässt sich Trumps Handeln vor dem Hintergrund eines jährlichen Handelsbilanzdefizits mit China von USD 375 Mrd. besser verstehen. Siehe dazu auch diesen weiteren Artikel in der WeLT.

 

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Presseschätzchen des Tages 6.7.2018

Im Anschluss an das gestrige Presseschätzchen: ein heute ein Jahr alter Artikel aus dem Guardian, in dem eine Frau, die Doughnuts sehr gerne mag, Trump als Entschuldigung dafür heranzieht, sich hinsichtlich ihrer Vorliebe keine Beschränkungen mehr aufzuerlegen.

Selbstironie oder im Gegenteil die völlige Abwesenheit von self-awareness? Wer vermag es zu sagen?

Presseschätzchen des Tages 5.7.2018

Großartiger Artikel im Guardian. Frau geht nicht mehr ins Fitnessstudio wg. Trump und bekommt dann die Deckel nicht mehr vom Glas. Trump irgendwie schuld. Leben hart. Welt ein trauriger Ort. Der Guardian, meine bevorzugte Quelle für Berichterstattung über internationalen Fußball*, ist immer öfter seine eigene Parodie.

Keine Ahnung, ob die das nicht selbst merken oder ob sie einfach verschrobene Ironiker sind.

* die „minute-by-minute-reports“ sind wirklich gut.

Webschätzchen des Tages 5.7.2018

Der ideologische, intolerante Fanatismus an nordamerikanischen Hochschulen, ein Erfahrungsbericht einer Studentin auf Quillette.com. Keine substantiell neuen Erkenntnisse, aber eine dennoch sehr interessante Lektüre.

Eigentlich ist es ganz einfach. Wenn eine Ideologie nicht allzu hellen Menschen die Möglichkeit gibt, sich für die Avantgarde, für schlau zu halten, sich tugendhaft, anderen geistig und moralisch überlegen zu fühlen und vielleicht sogar tatsächlich Macht über sie auszuüben, werden sich viele finden, die diese Gelegenheit mit Freuden, ohne self-awareness* und ohne jegliche Gewissensbisse ergreifen. Beschwichtigung ist da keine Lösung; man muss entschlossenen Widerstand leisten.

Wie es erst einmal dazu kommen kann, dass eine Ideologie den kritischen Schwung erhält, das ist nicht so einfach zu verstehen und ich knacke an dieser Nuss immer noch herum.

Ich bin sehr dankbar, dass das alles zu meiner Studienzeit nicht so war; bei meinem Temperament hätte es da vielleicht den einen oder anderen größeren Knall gegeben, mit ungewissem Ausgang.

*wir brauchen dringend ein deutsches Wort dafür.

Schätzchen des Tages 4.7.2018

Giuseppe Marie Clemens Dall’Abaco lebte von 1710 bis 1805und erreichte somit ein für klassische Komponisten bemerkenswertes Alter. Als Cellist schrieb er die meisten seiner Werke für dieses Instrument. Auch seine Stücke aus klassischer Zeit behielten barocke Elemente bei.

Seine 11 Capricen für Cello, hier besonders wohlklingend gespielt von der hinsichtlich ihres Repertoires auffallend abenteuerlustigen Kristin von der Goltz, sind für meinen Geschmack von hoher Qualität und für andere Geschmäcker sicherlich mindestens angenehmes Cellogebrumme.