Schätzchen des Tages 21.6.2017

In den Neunzigern hatte ich einmal den Plan, deutsche Volkslieder und dergleichen zu verpunken. Drei Lieder schienen mir gerade nach Verpunkung zu schreien: Lustig lustig, ihr lieben Brüder, Wir lieben die Stürme sowie Ein Männlein steht im Walde.

Geradezu empört war ich daher, als ich in einer Kneipe das Erstere in der Fassung von Slime hörte, eigentlich so, wie ich es mir vorgestellt hätte, nur dass man bei allen Punkfreiheiten doch darauf hätte achten sollen, beim Gesang die Töne zu treffen.

Wir lieben die Stürme haben sie dann auch noch geklaut, das aber nicht allzu gut gemacht für meinen Geschmack. Auch Deichrock, wenn das der Gruppenname ist, haben es nur mäßig hingekriegt (eher in der Rock- als der Punkrichtung), dabei kann das doch nicht schwer sein:

Eine Punk- oder punkoide Version von Ein Männlein steht im Walde habe ich noch nicht gefunden.

 

 

 

 

 

 

 

Presseschätzchen des Tages 21.6.2017

Trumps Bemühungen um eine Begrenzung illegaler Einwanderung führen mindestens punktuell zu einem Mangel an Arbeitskräften, u.a. im Baugewerbe. Dieser Artikel beklagt die Nöte eines texanischen Trockenbauunternehmers, dem plötzlich Arbeiter fehlen, die bereit und in der Lage sind, 6 bis 7 Tage die Woche jeweils 15 Stunden für zu vermutenden Niedriglohn zu arbeiten.

Ich fühle mit ihm. Der Schmerz.

Bedauerlicherweise wird er vermehrt Amerikaner beschäftigen müssen, zu höheren Löhnen und verträglicheren Arbeitszeiten.

Trotzdem gilt natürlich weiterhin das Erste Ausnahmegesetz des Arbeitsmarktes: Der Zustrom niedrig qualifizierter Einwanderer beeinträchtigt nicht das Lohnniveau der niedrig qualifizierten Einheimischen.

 

 

 

Presseschätzchen des Tages 20.6.2017

Ein kleines Beispiel für den Niedergang des deutschen Journalismus. SPIEGEL Online titelt

Türkische Medien hetzen gegen liberale Moschee von Seyran Ates.

Nun mag die Wertung „hetzen“ berechtigt sein oder nicht. Sie gehört unter diesen Umständen aber nicht in eine Überschrift. Noch vor einigen Jahren wäre das schwer vorstellbar gewesen. Die jungen Schnellschreibefuzzis von heute kennen das aber gar nicht mehr anders. Sie haben kein Gefühl dafür, dass man damit an Glaubwürdigkeit verliert. Oder es kommt ihnen gar nicht darauf an.

 

2. Schätzchen des Tages 19.6.2017

Vor mittlerweile recht langer Zeit kam ich einmal frühmorgens aus der Disko, ein wenig benebelt, und sah an einem Straßenbaum einen Zettel mit Werbung für „Trommeln und Tanzen in Guinea“. Haha, wie abseitig, war die erste Reaktion. Klingt super, war die zweite und ich habe mich gleich angemeldet. Meine (unausdrückliche) naive Vorstellung war, dass bei der Djembe-Trommel das Problem darin bestünde, zum richtigen Zeitpunkt raufzuhauen. Und mir würde das sicherlich nicht so leicht fallen, da einem als Nordmitteleuropäer Rhythmus nicht im Blut liegt, also würde ich damit vielleicht auf dieser elementaren Ebene etwas dazulernen.

Das war aber alles eine ganz falsche Vorstellung. Eine Djembe ist ein richtiges Instrument, bei dem man erst einmal lernen muss, einen vernünftigen Ton zu produzieren. Der Lehrer möchte, dass man Tic-Poc-Pong-Tummm macht, aber man macht nur Patsch-Patsch-Patsch-Patsch. Ziemlich lange. Und es tut ziemlich weh.

Mit der Djembe ist es nicht viel geworden, doch an der Musik habe ich großen Gefallen gefunden. Man muss sich einhören, dann aber bekommt der Rhythmus eine ganz eigene Qualität und man kann sich dem stundenlang hingeben. Und fürs Auge sind die Straßenfeste auch.

Presseschätzchen des Tages 19.6.2017

Wieviel NSDAP steckt in der AfD„, fragt die FAZ. Dann wird so einiges historisch aufgearbeitet und angemerkt, na klar, man kann die beiden nicht gleichsetzen.

Ich wiederum frage: Wieviel Kinderf***** steckt in eigentlich in Autor Jürgen W. Falter? Kann man doch mal ganz sachlich diskutieren. Neinnein, ich will ihn nicht mit einem Kinderf***** gleichsetzen. Aber Parallelen gibt es doch schon. Er atmet und stoffwechselt. Tun Kinderf****** auch. Und wie er aussieht. So habe ich mir die immer vorgestellt. Natürlich, am Aussehen kann man die nicht erkennen, schon klar.

Der Artikel ist eine gelehrte Angelegenheit über sieben Seiten und gleichzeitig ein sehr billiger Versuch, der AfD zu schaden, indem sie in die Nähe der NSDAP gerückt wird. Da kommt es auf die Feinheiten der Argumentation gar nicht an.

Die AfD bietet doch genug Angriffsflächen. Solche Schäbigkeit ist doch nicht nötig. Schäbigkeit des Autors und der FAZ.

Natürlich steckt in Herrn Falter überhaupt nichts von einem Kinderfreund. Das war nur SATIRE. Die darf sowas ja.